Nachhaltig einkaufen in Schorndorf am 11.03.2022

bei Jakob's und in der Bergerei

Kaum hatte man sich am Freitagvormittag vor dem Jacob Concept store in der neuen Straße versammelt, wurden die LandFrauen nicht nur mit leckerem Marzipan aus Jakob’s  Laden sondern auch mit einem Gläschen Sekt, spendiert vom Modehaus Kraiss begrüßt. So vorbereitet ließ sich die Gruppe von Jakob Härer, der gelernter Schneider und Designer ist, das Ladenkonzept  erklären:  Hier wird angeboten, was  die drei Kriterien bewusst, nachhaltig, regional erfüllt. Und so gibt es ein breit gefächertes Angebot von Kleidung über Möbel, Kerzen, Seife oder auch Gin.

Auch in der Bergerei , Schorndorfs Unverpacktladen, geführt von Larissa Berger wird nachhaltig gewirtschaftet. Hier gibt es nicht nur Lebensmittel, die  regional, unverpackt und  biologisch von ca. 150 verschiedenen Lieferanten bezogen werden, sondern auch einen Non Food-Bereich für Kosmetik und Haushalt. Nach diesem interessanten und informativen Vormittag ließ man sich im dazugehörigen Tagescafé mit einem leckeren Mittagessen verwöhnen.

Frühstück mit Vortrag am 05.03.2022

Portrait zweier Freundinnen

Am Samstag trafen sich die Landfrauen in der Staufenstube der Schurwaldhalle zu einem gemütlichen und reichhaltigen Frühstück mit anschließendem Vortrag. Den interessierten Frauen wurden von der Historikerin Elisabeth Skrzypek der Werdegang von Marion Gräfin Dönhoff und Frau Alice Schwarzer vorgestellt. Beide wuchsen unterschiedlich auf, hatten unterschiedliche Lebensansichten, beide Journalistinnen und jede Herausgeberin einer Zeitschrift. Die anschließende Gesprächsrunde endete mit dem Fazit: „Demokratie muss man verteidigen - und Frauenrechte auch!“

Wer war eigentlich Reinhold Maier?" Führung im Stadtmuseum am 08.02.2022

Am Dienstagnachmittag trafen sich zehn LandFrauen am Schorndorfer Stadtmuseum, um einen Blick auf den ersten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs und gebürtigen Schorndorfer, Reinhold Maier zu werfen. Fachkundig und geistreich führte Stephan Lawall, zur Zeit wissenschaftlicher Volontär und Mitgestalter der Schau durch die Sonderausstellung.

Der Jurist Reinhold Maier hat ein bewegtes Leben im 20.Jahrhundert hinter sich: Im ersten Weltkrieg diente er an der Front, in der Weimarer Republik wirkte er in der Deutschen Demokratischen Partei, wurde 1932 in den Reichstag gewählt und stimmte dort 1933 für das Ermächtigungsgesetz und wurde nach dem Krieg zuerst von den Amerikanern als Ministerpräsident von Württemberg-Baden eingesetzt und war maßgeblich an der Entstehung des Südweststaates beteiligt. Als gewählter Ministerpräsident stand er dem neuen Land Baden-Württemberg von 1952-53 vor, bis er auf Grund des schlechten Abschneidens seiner Partei, der FDP zurücktrat aber in der Politik blieb und sich vor Ort um das Wohlergehen der Menschen kümmerte. Ein wichtiges Anliegen war ihm die Wasserversorgung und damit der Bau der Wassertürme: So ist der Breecher Wasserturm nach ihm benannt.

Verheiratet war Maier mit einer Jüdin, Gerta Goldschmidt, die er gerade noch rechtzeitig vor Kriegsbeginn mit den gemeinsamen Kindern nach England bringen konnte, wo seine Familie unbeschadet den Krieg überstand.

Die Ausstellung beleuchtet auch den Netzwerker Reinhold Maier, der sehr gesellig war, gern im Landgasthof Hirsch den „Schwarzen Peter“ trank und begeistert wanderte. - Am Ende der Führung war man sich einig: Die Schau ist unbedingt sehenswert.